Verständnis von Studium und Lehre

Die Möglichkeit, das eigene Studium nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten,
empfinden wir als essentiell, um eine Identifikation mit dem zu bearbeitenden Stoff und dem Fach
zu erreichen. Es ist uns wichtig, dass Lehre kein einseitiger Prozess ist, bei welchem Studierende
nur passive Konsument_innen des von der Professor_innenschaft vorgetragenen Wissens sind. Die
Möglichkeit zur Partizipation besteht zum einen in einem Angebot an Wahlpflichtfächern und freien
Wahlfächern als festem Teil des Curriculums. Dabei muss die Gestaltung des Curriculums sowie der
einzelnen Lehrveranstaltungen eine Studierbarkeit für die immer heterogenere Studierendenschaft
gewährleisten. Zum anderen sehen wir die Möglichkeit, Kritik an entsprechender Stelle am Curri-
culum und der Organisation des Lehrbetriebs zu äußern, als essentiell an. Notwendig ist, dass diese
Kritik gehört wird, zu Diskussionen führt und gegebenenfalls Änderungen folgen.

Wir können uns den Ansichten des lernfabriken… meutern! Bündnisses anschließen, dass Bildung
nicht als Ware und Hochschule nicht als Unternehmen zu begreifen sind. Dieser Standpunkt muss
gegenüber der Landesregierung, gesellschaftlichen Akteuren, aber auch Mitgliedern der Universität
vertreten werden. Die Standardisierung von Studium und Lehrqualität auf vermeintlich objektivier-
bare, allgemeingültige Grundsätze steht im Widerspruch zu unserer Vorstellung von Studium und
Lehre. Studium und Lehre sowie Wissenschaft im Allgemeinen kann aus unserer Sicht nur im an-
haltenden Diskurs der direkt und indirekt Betroffenen sinnvoll stattfinden. Ein Studium ohne Blick
auf die Gesellschaft und die eigene Verantwortung in dieser ist eine bloße Heranbildung Studieren-
der zu verwertbarem Humankapital.

Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art der Erarbeitung des Stoffes sollte unserer Auffassung
nach vielfältig und wählbar sein. So fordern wir ein, dass den vermittelten Kompetenzen entspre-
chend eine geeignete Lehr/Lern- sowie Prüfungsform gewählt wird. Vor allem im Master, aber auch
schon zum Ende des Bachelorstudiums soll den Studierenden Raum zum eigenständigen Entwickeln
und Umsetzen von Ideen geschaffen werden. Eine Qualifikation, welche in einer sich aller Voraus-
sicht nach immer schneller ändernden Welt mit immer neuen Herausforderungen, nicht nur auf
dem Arbeitsmarkt, notwendig ist.